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Sulzheim

Gebrochenes Bein, Stuckdecke, Renovierung – Gips ist vielseitig einsetzbar. Doch woher kommt das weiße Pulver eigentlich? Und woraus wird es hergestellt? Oder wird es einfach nur abgebaut? Wer mehr darüber erfahren will, muss nach Sulzheim fahren, 15 Kilometer südöstlich von Schweinfurt.

Gips aus Sulzheim

Im Jahr 2007 eröffnete in Sulzheim das Gipsinformationszentrum (GIZ) in einer ehemaligen Zehntscheune des Klosters Ebrach. Eine Ausstellung informiert über die Entstehung, den Abbau und die Nutzung des Baustoffs, anschließend lädt das Außengelände zu Erkundungen. Auf dem sieben Kilometer langen Rundweg gibt es viel zu entdecken: Historische Steinbruchgeräte, das Naturschutzgebiet „Gipshügel“ mit seltenen Pflanzen und einen Gips-Kletterfelsen. Insgesamt wurden rund 100 Tonnen des Schwefelsäuresalzes verbaut.

Das Gipsinformationszentrum (GIZ) in einer ehemaligen Zehntscheune des Klosters Ebrach in Sulzheim (Foto: Ulrich Schönbein, CC BY-SA 3.0)

Tagebau und Schloss

Nicht ohne Grund ist Sulzheim Sitz des GIZ. An der Landstraße ins benachbarte Grettstadt, einen Kilometer außerhalb des Ortes, öffnet sich ein tiefer Gipstagebau. 1964 entdeckten Archäologen darin ein frühmittelalterliches Gräberfeld. Seit Jahrhunderten wird der Rohstoff hier gebrochen und verarbeitet. Früher mahlten sie das Pulver in einer Mühle, 1948 eröffnete ein Gipswerk - noch immer ist es der wichtigste Arbeitgeber im Ort.

Einige alte Wohnhäuser und Scheunen sind in Sulzheim sogar aus Gipsstein gebaut. Eine weitere Attraktion ist das 1728 fertiggestellt Rokko-Schloss, das ebenfalls im Besitz des Klosters Ebrach bei Bamberg war. Zwischenzeitlich gehörte es über 150 Jahre dem Fürstenhaus von Thurn und Taxis, heute ist es in Privatbesitz.

Sulzheim liegt im Landkreis Schweinfurt. Mit Nachbarkommunen schloss sich die unterfränkische Gemeinde zur Region Main-Steigerwald zusammen. In den vier Ortsteilen - Sulzheim, Alitzheim, Mönchstockheim und Vögnitz - leben 2000 Menschen. Sie wohnen nicht nur am Rande des Mittelgebirges und Naturparks Steigerwald, sondern mitten in einer prosperierenden Wirtschaftsregion. Nach Schweinfurt führt die Bundesstraße 286 und auch Würzburg, Bamberg, Erlangen und Nürnberg sind über die nahegelegenen Autobahnen A 3, A 7 und A 70 bequem zu erreichen. Platz für Gewerbebetriebe gibt es genug, 130.000 Quadratmeter sind es alleine in Alitzheim.

Das Schloß Sulzheim vom Innenhof aus (Foto: Dieter Müller, CC0 1.0)

Bildung und Freizeit

Eltern können zwischen zwei Kindergärten wählen, Sulzheim hat zudem zwei Grundschulen. Ab der fünften Klasse kann der Nachwuchs dann auf weiterführende Schulen im Umland wechseln: Auf die Hauptschule in Traustadt, die Realschule Gerolzhofen oder ein Gymnasium in Gerolzhofen, Schweinfurt oder Münsterschwarzach. Das Vereinsangebot ist in Sulzheim äußerst üppig: Vier Freiwillige Feuerwehren, drei Sportvereine, ein Theaterensemble - insgesamt über 40 Gruppen. Dazu hat jeder Ortsteil einen Jugendraum.

Für Besucher sind nicht nur das Gipsinformationszentrum und das Schloss von Interesse, sondern auch die reizvolle Kulturlandschaft. Sieben Radwanderwege führen um Sulzheim herum. Entdecken lassen sich dabei auch das Vogelschutzgebiet am Alten und Neuen See sowie ein großes Waldgebiet im Norden der Gemeinde.

Übungsplatz „Sulzheim“

In diesem Waldgebiet nördlich von Sulzheim befindet sich auch das gleichnamige Übungsgelände der US-Armee. Diese Konversionsfläche bietet neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Gemeinde, da sie bereits im Juli 2012 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben wurde.


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